Die Ausstellung Märkische Kunst – Bilderwelt des Mittelalters zeigt anlässlich des sechshundertjährigen Jubiläums der Hohenzollern in Brandenburg erstmals einen Überblick zur Kunstlandschaft der Mark im 15. Jahrhundert. Neue Forschung bestätigt die Eigenständigkeit der künstlerischen Schöpfungen neben den bisher bekannten Kunstlandschaften Böhmens, der Hanse und anderen im Zeitalter der Reformation.
Die Ausstellungsarchitektur greift den sakralen Hintergrund der Exponate auf und entwickelt einen langgestreckten Raum mit „Mittel-“ und „Seitenschiffen“. Mehrere Altäre werden durch die Stellung in Sichtachsen betont. Gleichzeitig ist der Raum jedoch nicht hierarchisch, sondern geografisch organisiert – ähnlich wie die Regionen der Mark Brandenburg gehen die Sektionen fließend ineinander über. So werden die vielfältigen Bezüge, die tatsächlich historisch bestanden, angedeutet und die Kunstwerke treten in einen komplexen Dialog. Abteilungen zur Architektur sowie zur Rezeption und Restaurierung ergänzen die Schau.
Von großer Bedeutung ist das Verständnis für den Kontext der Exponate – die Mehrheit stammt aus Flügelaltären, die heute nicht mehr vollständig erhalten sind. Es können häufig nur noch einzelne Skulpturen oder Altarteile gezeigt werden. Durch das Arrangement der Objekte wird jedoch der ursprüngliche Zusammenhang evoziert: Eine historische Predella steht auf einem einfachen (Altar)block und die letzte verbliebene Figur hängt an einer ansonsten leeren Rückwand oder historische Zeichnungen bilden einen Hintergrund, auf den Fragmente des tatsächlichen Werks präsentiert werden. Durch ein Begleitheft erhält der Besucher Informationen zu den Ausstellungsstücken - auf umfangreiche Beschriftung wird zu Gunsten der Wirkung der Kunstwerke verzichtet.
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